Weinanbau in Italien
Italien ist eines der ältesten Weinbaugebiete der Erde und kann eine ungebrochene, mehrtausendjährige Geschichte dieses alten Kultur- und Wirtschaftszweiges aufweisen. War der Weinanbau hier noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts fast unverändert wie in den vorangegangenen Jahrhunderten, so hat in den letzten Jahrzehnten ein rascher Einzug des Fortschrittes Einzug gehalten. Fast alle Weine werden nun in großen Stil mit modernsten Methoden produziert, was jedoch nicht von der Ursprünglichkeit und den unzähligen lokalen Spezialitäten ablenken sollte.
Seinen Ursprung nahm der Weinanbau in Italien mit den ersten griechischen Kolonien auf der Halbinsel und der blühenden etruskischen Kultur in der vorrömischen Zeit. Unter der römischen Herrschaft gelangte der hiesige Wein zu einer ersten Blüte und wurde von den Cäsaren auch in die heutigen typischen Weinbauländer, wie etwa Frankreich, Portugal oder Spanien eingeführt. Wein war damals Dreh- und Angelpunkt der kulinarischen Kultur und wurde von Italien aus bis in den letzten Winkel des Weltreiches mitgeführt.
Die Erzeugung feiner Qualitätsweine fand jedoch mit Zusammenbruch des Weltreiches ein Ende. Zwar überlebten unzählige Lokalsorten das dunkle Zeitalter des Mittelalters, doch wurde der Schwerpunkt nun lange Zeit mehr auf Quantität als auf Qualität gesetzt, was sich erst wieder mit der sich stabilisierenden politischen Lage änderte.
Heute sind in Italien (trotz Mehltau und Reblaus) die gigantische Menge von 1000 verschiedenen Rebsorten registriert, was ein weiteres Indiz für die lange, liebevolle Zuchtarbeit von unzähligen Winzergenerationen ist. Unter den landestypischen Sorten befinden sich Schmuckstücke wie Barbera, Malvasia, Montepulciano, Nebbiolo, Sangiovese und die Sorte Trebbiano. Aber auch international angebaute Rebsorten, wie etwa Chardonnay und Merlot werden im großen Stile angebaut.
Seit 1960 wird die Qualität des italienischen Weines gesetzlich kontrolliert und darf bei Übereinstimmung mit den gesetzlichen Reinheitsbestimmungen das Prädikat Denominazione di Origine Controllata (DOC) im Etikett führen. Diese Gesetze führen seit ihrer Einführung zu einer sich stetig verbessernden Qualität des italienischen Weines. Besonders ausgezeichnete italienische Weine dürfen die Bezeichnung Denominazione di Origine Contrallata e Garantita (DOCG) noch zusätzlich für sich beanspruchen, so etwa Italiens Spitzenweine Barolo, Barbaresco, Vino Nobile di Montepulciano und der Brunello di Montalcino.